Windows Server (ew) & Active Directory

Alles, was du wissen musst — wenn du Gehirnkrebs liebst <3.

⚡ Alles kurz zusammengefasst

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick — perfekt zum Querlesen vor der Prüfung.

Die 10 wichtigsten Merksätze
  1. AD ist die Datenbank, der DC ist der Server, der sie ausführt.
  2. Ein DC braucht unbedingt DNS — sonst finden ihn die Clients nicht.
  3. Windows Home kann keiner Domäne beitreten — nur Pro, Enterprise oder Education.
  4. RODC speichert keine Passwörter lokal und wird nie automatisch zum normalen DC.
  5. Forests können standardmäßig miteinander kommunizieren (zweirichtig, transitiv).
  6. OUs regeln Verhalten (Richtlinien), Security Groups regeln Zugriff (Berechtigungen).
  7. IGDLA / AGDLP: Identity → Global → Domain Local → Access.
  8. LSDOU: Lokal → Site → Domain → OU. Die OU gewinnt bei Konflikten!
  9. NTFS zählt immer; Freigabe nur übers Netzwerk. Die restriktivere gewinnt.
  10. Best Practice Freigabe: „Jeder – Vollzugriff", echte Sicherheit über NTFS.
Architektur im Überblick: AD → DC → DNS → Client
🌲 Forest (z. B. Google Corp.)
🌿 Tree (z. B. Google DE)
🏢 Domain (z. B. pruefung.com)
📁 OU (z. B. Team → Offense, Defense)
👤 Benutzer (z. B. qb1, wr1, cb1, fs1)

DC = Server mit AD-Datenbank · DNS = findet den DC · Client = greift über DNS auf die Domain zu

Berechtigungen: NTFS vs. Freigabe vs. FSRM
TechnologieZweckwo gilt's?
NTFS-SicherheitWer darf lokal/zentral was?Immer (lokal + Netzwerk)
FreigabeWer darf über das Netzwerk zugreifen?Nur über Netzwerk
FSRMSpeicherquoten & Dateitypen blockierenAusgewählte Ordner
Freigabe = „Jeder – Vollzugriff" · NTFS = Echte Zugriffssteuerung · FSRM = Speicherlimits/File-Screening
Prüfungsszenario in 6 Schritten
  1. Server: Statische IP + AD DS installieren → zu DC hochstufen
  2. DHCP: Scope .140–.200, Ausschluss .50–.59, 4 Tage Lease, DNS + 8.8.8.8
  3. Client: IP automatisch, DNS → DC-IP, Domäne beitreten
  4. OUs: Team → Offense, Defense · Benutzer: qb1, wr1, cb1, fs1 anlegen + freischalten
  5. GPO: „Papierkorb ausblenden" an Offense & Defense verknüpfen
  6. Fileserver: Home-Laufwerke (H:) + Share-Ordner mit NTFS-Berechtigungen & FSRM-Quote
Nach dem Neustart Client: Anmelden als PRUEFUNG\qb1 etc. · Home-Laufwerk H: sollte automatisch erscheinen.
Konfigurations-Werte auf einen Blick
ParameterWert
Domänepruefung.com
Netzwerk192.168.12.128/25
Server-IP192.168.12.129
Subnetzmaske255.255.255.128
DHCP-Bereich.140 – .200
DHCP-Ausschluss.50 – .59
DHCP-Lease4 Tage
Sekundärer DNS8.8.8.8
NetBIOS-NamePRUEFUNG
Home-LaufwerkH:\\Servername\Benutzer\[User]
Share-BerechtigungÄndern (Lesen + Schreiben)
GPO-Refresh90 Min. (gpupdate /force = sofort)

📚 Einführung & Glossar

Klicke auf die farbigen Begriffe für eine ausführliche Erklärung.

Was ist ein Windows Server überhaupt?

Ein Windows Server ist ein Betriebssystem von Microsoft, das speziell für den Einsatz in Unternehmensnetzwerken entwickelt wurde. Im Gegensatz zu Windows 10/11 Home oder Pro bietet er zentrale Dienste wie Active Directory, Dateifreigaben, DHCP, DNS und vieles mehr.

Wichtig: Windows Home-Editionen können keiner Domäne beitreten! Dafür braucht man mindestens Pro, Enterprise oder Education.
Wichtige Begriffe auf einen Blick
  • Domain Controller (DC) — Der Server, der Active Directory ausführt
  • Active Directory (AD) — Die zentrale Datenbank für Benutzer & Computer
  • DNS — Damit Clients den Server finden können
  • RODC — Schreibgeschützte Kopie eines DC für unsichere Standorte
  • CAL — Client Access License, benötigt für jeden Zugriff
  • AGDLP — Best-Practice für Berechtigungsvergabe
  • LSDOU — Reihenfolge der Gruppenrichtlinien
  • GPO — Gruppenrichtlinienobjekt, regelt Einstellungen
  • FSRM — File Server Resource Manager für Quotas & Screening
Prüfungsrelevanz & Lernstrategie

Die Prüfung konzentriert sich auf praktische Szenarien:

  1. Domäne erstellen und DC hochstufen
  2. DHCP konfigurieren & Client in Domäne hängen
  3. OUs, Benutzer und GPOs erstellen
  4. Home-Laufwerke und Freigaben einrichten
  5. Berechtigungen mit NTFS & Freigaberechten steuern
Tipp: NTFS gewinnt immer gegen Freigabe, wenn es restriktiver ist. Best Practice: Freigabe auf "Jeder – Vollzugriff", Sicherheit über NTFS regeln.

🖥️ Allgemein & Client Access Licenses (CALs)

Windows Server Standard vs. Datacenter
MerkmalStandardDatacenter
ZielgruppeKleinere – mittelgroße UnternehmenGroße Unternehmen
Virtuelle Maschinen2 VMs pro LizenzUnendlich VMs
PreisGünstigerTeurer, aber skalierbar
FunktionsumfangIdentischIdentisch

Der Funktionsumfang ist bei beiden Editionen identisch — der Unterschied liegt nur in der Anzahl der erlaubten virtuellen Maschinen.

CALs — Client Access Licenses

Für jeden Zugriff auf den Server braucht man eine Lizenz. Es gibt zwei Varianten:

  • User CALs: Für eine Person — sinnvoll, wenn eine Person mehrere PCs nutzt (z. B. Laptop + Desktop)
  • Device CALs: Für einen PC — sinnvoll, wenn ein PC von mehreren Benutzern genutzt wird (z. B. Schichtarbeit an einem Terminal)
Wichtig: Man darf nicht einfach beide Varianten mischen, um Kosten zu sparen. Die Wahl ist strategisch und hängt vom Einsatzszenario ab!
Windows Editionen & Domänenbeitritt

Nicht jedes Windows kann einer Domäne beitreten:

EditionDomänenbeitritt?
Windows 10/11 Home❌ Nein
Windows 10/11 Pro✅ Ja
Windows 10/11 Enterprise✅ Ja
Windows 10/11 Education✅ Ja

🏛️ Active Directory Domain Services (AD DS)

Das Dreieck: AD, DC & DNS
  • Active Directory (AD): Die Datenbank selbst — speichert Benutzer, Computer, Gruppen und Richtlinien
  • Domain Controller (DC): Der Server, auf dem AD läuft. Er verwaltet eingehende Anfragen wie Anmeldungen
  • DNS: Unverzichtbar! Ohne DNS finden Clients den DC nicht — AD kann ohne DNS nicht laufen

Der DC ist also die Hardware/Software, AD ist die Datenbank, und DNS ist das "Navigationssystem" dazu.

RODC — Read-Only Domain Controller

Ein RODC ist eine schreibgeschützte Kopie eines DC, die für Standorte mit geringerer physischer Sicherheit gedacht ist (z. B. eine kleine Außenstelle).

  • Speichert keine Passwörter standardmäßig lokal (außer explizit erlaubt über die Password Replication Policy)
  • Wird NICHT automatisch zum beschreibbaren DC, wenn der Haupt-DC ausfällt — dafür braucht man einen weiteren regulären DC als Backup!
  • Richtlinien werden zentral auf dem beschreibbaren DC gespeichert; der RODC bezieht sie repliziert
Prüf-Tipp: "Replizierender DC" und "RODC" bedeuten dasselbe. Beim RODC müssen die Richtlinien zentral verwaltet werden.
Zentralisierte Authentifizierung

Benutzer melden sich immer über den Domain Controller an — egal, an welchem PC sie sitzen. Der DC liefert ihre persönlichen Daten, Einstellungen und Berechtigungen. Das nennt man Single Sign-On (SSO) im lokalen Netzwerk.

🌳 Hierarchie — Domains, Trees & Forests

Das große Bild: Forest → Tree → Domain
🌲 Google Corporation (Forest)
🌿 Google Deutschland (Tree)
🏢 büro.google.de (Domain)
  • Forest: Die oberste Ebene — enthält alle Trees und Domains
  • Tree: Eine Sammlung von Domains, die sich einen Namespace teilen
  • Domain: Die kleinste Einheit, authentifiziert Benutzer und hat einen eindeutigen DNS-Namen
Domain — die Basis-Einheit

Eine Domain authentifiziert Benutzer und besitzt einen eindeutigen DNS-Namen wie lbshi.bz oder pruefung.com. Innerhalb einer Domain können Benutzer, Computer und Gruppen verwaltet werden.

Beispiel: pruefung.com ist unsere Domain im Übungsszenario
Tree — mehrere Domains mit Eltern-Kind-Beziehung

Ein Tree enthält mehrere Domains, die hierarchisch verbunden sind:

  • Parent Domain: lbshi.bz
  • Child Domains: sales.lbshi.bz und admin.lbshi.bz

Standardmäßig können die Domains miteinander kommunizieren — das nennt man eine two-way transitive trust relationship.

Transitiv bedeutet: Wenn A B vertraut und B C vertraut, dann vertraut A automatisch auch C. Dein Freund ist mein Freund!

Forest — die oberste Ebene

Ein Forest ist eine Sammlung von Trees. Innerhalb eines Forests sind die Trees automatisch über den Forest Root verbunden.

  • Vertrauensstellungen (Trusts) sind bereits vorhanden (zweirichtig und transitiv)
  • Extra Trust Relationships braucht man nur zwischen verschiedenen Forests oder für spezielle Szenarios
Unterschied: In der ursprünglichen Notiz stand, Forests könnten "standardmäßig nicht kommunizieren". Das ist falsch — innerhalb eines Forests funktioniert die Kommunikation automatisch!

📁 Organizational Units (OUs)

Was sind OUs?

Organizational Units sind Container zum logischen Organisieren von Objekten — also von Benutzern, Computern und Gruppen.

Container könnten z. B. heißen:

  • "IT"
  • "Admin"
  • "Brixen"
  • "Pyongyang"
  • "Geschäftsführung", "Design", "Praktikanten"
Was kann man mit OUs machen?
  • Gruppenrichtlinien verwalten: Sicherheitseinstellungen, Druckerverbindungen, Desktopsperren etc.
  • Admin-Rechte delegieren: Man kann Administratoren bestimmte Rechte für eine OU geben, z. B. nur dort Konten zurücksetzen
  • Verschachteln (/Nesten): Es gibt Child- und Parent-OUs, z. B. Team → Offense
Unterschied: OUs vs. Security Groups
OUsSecurity Groups
ZweckRegeln, wie sich ein System verhältRegeln, wer was tun darf
WerkzeugGruppenrichtlinien (GPOs)Berechtigungen (ACLs)
AnalogieEbene in einem GebäudeSchlüsselkarte für Räume
Merksatz: OUs steuern Richtlinien, Security Groups steuern Berechtigungen.

🔐 Security Groups & Berechtigungen

ACLs — Access Control Lists

ACLs definieren Berechtigungen auf:

  • Dateien & Ordner
  • Drucker
  • Anwendungen
  • Netzwerkressourcen

Sie entscheiden also wer darf was mit einer Ressource machen.

AGDLP / IGDLA — Best-Practice für Berechtigungen

Das AGDLP-Prinzip (Accounts → Global Groups → Domain Local Groups → Permissions) ist die bewährte Reihenfolge für Berechtigungsvergabe:

  1. Accounts: Benutzerkonten erstellen (Identity)
  2. Global Groups: Benutzer in globale Gruppen einfügen (z. B. nach Abteilungen)
  3. Domain Local Groups: Die globalen Gruppen in domänenlokale Gruppen einfügen (nach Ressourcen)
  4. Permissions: Zugriffsrechte nur an die domänenlokalen Gruppen vergeben

In der deutschen Variante heißt es IGDLA: Identity → Global Group → Domain Local Group → Access.

Besonderheit: Bei der Prüfungsfrage wurde "IGDLA" gefragt — das ist die deutsche Entsprechung zu AGDLP!

📋 Group Policy Objects (GPOs) & LSDOU

Was sind GPOs?

Group Policy Objects sind Sammlungen von Konfigurationen, die man auf Benutzer, Computer und OUs anwenden kann — quasi eine Vorlage für Einstellungen.

Mögliche Anwendungsbereiche:

  • Sicherheitseinstellungen (Passwortrichtlinien, Firewall)
  • Software (automatische Installation bestimmter Programme)
  • Desktop-Einstellungen (Anime-Wallpaper, forced Dark Mode 🌑)
  • Netzwerkkonfiguration
  • Skripte ausführen (Login-Skripts etc.)
LSDOU — Die Anwendungsreihenfolge

GPOs werden in einer festen Reihenfolge angewendet:

  1. Lokal — jeder Computer hat eine lokale Group Policy
  2. Site — physischer Netzwerkstandort, z. B. "Brixen Office" (ein LAN)
  3. Domain — die Default Domain Policy
  4. OU — die konkrete Organizational Unit

Bei Konflikten gewinnt die zuletzt angewendete Richtlinie! Das bedeutet:

OU > Domain > Site > Lokal

Die OU hat also die höchste Priorität und kann Einstellungen aller anderen Ebenen überschreiben.

Passwortrichtlinien & FGPP

Passwortrichtlinien sollten immer auf Domain-Ebene konfiguriert werden, da sie am weitesten greifen.

Ausnahme: Mit FGPP (Fine Grained Password Policies) lassen sich unterschiedliche Passwortrichtlinien für verschiedene Gruppen oder OUs definieren — z. B. strengere Regeln für Administratoren als für normale Benutzer.

GPO aktualisieren — gpupdate /force

Standardmäßig werden GPOs alle 90 Minuten aktualisiert (oder beim Neustart/Abmelden). Für sofortige Anwendung am Client:

cmd als Administrator öffnen
gpupdate /force

📂 File Server — Freigaben, NTFS & FSRM

NTFS vs. Freigabeberechtigungen
AspektNTFS-SicherheitFreigabeberechtigungen
GeltungsbereichLokal und über NetzwerkNur über die Netzwerkfreigabe
GranularitätSehr fein (Datei- & Ordnerebene)Eingeschränkt (nur Ordnerebene)
Mögliche RechteVollzugriff, Ändern, Lesen & Ausführen, Ordnerinhalt auflisten, Lesen, SchreibenVollzugriff, Ändern, Lesen
Bei Zugriff zählt IMMER die restriktivere Berechtigung!
Best Practice für Berechtigungen
  1. Auf der Freigabe meist "Jeder – Vollzugriff" einstellen
  2. Die eigentliche Zugriffssteuerung regelt man über die NTFS-Sicherheitsberechtigungen

Warum? Weil NTFS differenzierter ist und bei Konflikten ohnehin die restriktivere Berechtigung gewinnt. So vermeidet man doppelte Regelung und Fehlerquellen.

FSRM — File Server Resource Manager

FSRM bietet folgende Funktionen:

  • Quota Management: Speicherplatz pro Ordner oder Benutzer limitieren
  • File Screening: Bestimmte Dateitypen blockieren (z. B. .exe in einer Freigabe)
  • Usage Analytics: Auswertungen, wer wie viel speichert
  • Metadaten für Dateien: Klassifizierung und Verwaltung

💻 Client-Konfiguration (Domänenbeitritt)

Was braucht ein Client, um der Domäne beizutreten?
  1. DNS: IP-Adresse des DC als DNS-Server eintragen (damit er die Domäne findet)
  2. Domain-Name: z. B. lbshi.bz oder pruefung.com
  3. Gateway: Für Internetzugriff, wenn NAT konfiguriert ist
  4. Windows-Edition: Mindestens Pro, Enterprise oder Education (kein Home!)

Nach Eingabe der Domäne müssen die Admin-Anmeldedaten des Domain-Administrators eingegeben werden. Der Client startet anschließend neu.

BPA — Best Practice Analyzer

Der Best Practice Analyzer (BPA) analysiert den Server auf Abweichungen von Microsofts Best Practices. Ein typisches Ergebnis:

Die Zeit kam nicht vom DC. Der DC sollte der Zeitgeber für das gesamte Netzwerk sein (als PDC-Emulator).

🏈 Übungsszenario — Die Prüfungsaufgabe

Hier ist die vollständige Aufgabenstellung, wie sie in der Prüfung vorkommen könnte. Klicke auf die Details, um die Lösungsschritte zu sehen.

Aufgabe 1: Domäne erstellen

Erstelle eine neue Domäne pruefung.com. Verwende dazu das Netzwerk 192.168.12.128/25.

Netzwerk-Details: Subnetzmaske: 255.255.255.128, Bereich: .129.254

Server-IP: 192.168.12.129, Bevorzugter DNS: 192.168.12.129 (zeigt später auf sich selbst).

Aufgabe 2: DHCP konfigurieren & Client einhängen

Konfiguriere den DHCP-Dienst mit folgenden Eigenschaften:

  • IP-Bereich: .140 bis .200
  • Ausschluss: .50 bis .59
  • Leasetime: 4 Tage
  • Zweiter DNS: 8.8.8.8

Hänge anschließend den Client in die Domäne ein.

Aufgabe 3: OUs und Benutzer erstellen

Erstelle die OU-Struktur:

pruefung.com
└── Team
    ├── Offense
    │   ├── qb1
    │   └── wr1
    └── Defense
        ├── cb1
        └── fs1

Setze für jeden Benutzer ein Passwort und schalte den Account frei. Teste die Anmeldung am Client.

Erstelle eine GPO, die den Papierkorb vom Desktop ausblendet, und verknüpfe sie mit Offense und Defense.

Wichtig: Wenn ein Account deaktiviert aussieht (grauer Pfeil nach unten): Rechtsklick → Eigenschaften → Konto → Haken bei "Konto ist deaktiviert" entfernen.
Aufgabe 5 (5 Punkte): Home-Laufwerke & Share

Erstelle Home-Laufwerke für alle vier Benutzer und einen gemeinsamen Ordner "Share" mit Schreib- und Leserechten.

  • Ordnerstruktur auf dem Server: D:\Benutzer\[username] und D:\Share
  • Freigabename: Benutzer (für Home) und Share
  • NTFS-Berechtigungen: jeder Benutzer bekommt Vollzugriff auf seinen eigenen Ordner
  • Share-Ordner: Alle Benutzer bekommen Ändern (Lesen + Schreiben)
  • Home-Laufwerk verknüpfen: Laufwerk H:\\Servername\Benutzer\[username]

🛠️ Schritt-für-Schritt Tutorial (GUI)

Alle Schritte ausführlich erklärt — perfekt zum Nachmachen.

🔧 Vorbereitung: Statische IP am Server
  1. Server-Manager → Lokaler Server → Klicke auf den blauen Link bei Ethernet
  2. Rechtsklick auf Netzwerkadapter → Eigenschaften
  3. Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) → Eigenschaften
  4. Folgende IP-Adresse verwenden:
    • IP: 192.168.12.129
    • Subnetzmaske: 255.255.255.128
    • Gateway: 192.168.12.129
    • Bevorzugter DNS: 192.168.12.129
  5. Mit OK bestätigen
📦 Aufgabe 1: Domäne erstellen

Schritt 1: AD DS Rolle installieren

  1. Server-Manager → Verwalten → Rollen und Features hinzufügen
  2. Installationstyp: Rollenbasierte oder featurebasierte Installation
  3. Zielserver: Dein Server
  4. Serverrollen: Haken bei Active Directory-Domänendienste (AD DS)
  5. Im Popup auf Features hinzufügen klicken
  6. Weiter bis Ende → Installieren

Schritt 2: Domänencontroller hochstufen

  1. Nach Installation oben rechts auf das gelbe Warnsymbol (Flagge) klicken
  2. Den folgenden Server zu einem Domänencontroller heraufstufen
  3. Bereitstellungsvorgang: Neue Gesamtstruktur hinzufügen
  4. Stamm-Domänenname: pruefung.com
  5. Domänencontroller-Optionen:
    • Funktionsebene: Windows Server 2016 (oder neuer)
    • Haken bei DNS-Server und Globaler Katalog (GC)
    • DSRM-Kennwort vergeben (sehr wichtig!)
  6. DNS-Delegation-Warnung ignorieren → Weiter
  7. NetBIOS-Domänenname: PRUEFUNG
  8. Weiter → Installieren → Server startet neu
Nach dem Neustart anmelden als: PRUEFUNG\Administrator
🌐 Aufgabe 2: DHCP konfigurieren

Schritt 1: DHCP-Serverrolle installieren

  1. Server-Manager → Verwalten → Rollen und Features hinzufügen
  2. Serverrollen: Haken bei DHCP-Server
  3. Nach Installation: gelbe Flagge → Nachinstallationskonfiguration abschließen
  4. Autorisieren mit Admin-Anmeldedaten → Fertig stellen

Schritt 2: DHCP-Bereich erstellen

  1. Server-Manager → Tools → DHCP
  2. Rechtsklick auf IPv4Neuer Bereich…
  3. Name: Pruefung-Scope
  4. IP-Bereich: Start 192.168.12.140, Ende 192.168.12.200, Länge 25
  5. Ausschluss: 192.168.12.50192.168.12.59 (Hinweis: außerhalb des /25-Netzes, aber so verlangt)
  6. Leasedauer: 4 Tage
  7. DHCP-Optionen: Ja
  8. Router: leer lassen (falls kein Router vorhanden)
  9. DNS: pruefung.com, DNS-Server 192.168.12.129 + Hinzufügen: 8.8.8.8
  10. WINS: leer lassen → Ja, Bereich jetzt aktivieren

Schritt 3: Client in Domäne hängen

  1. Client: Einstellungen → Netzwerk → Ethernet → Adaptereinstellungen
  2. IP automatisch beziehen (DHCP läuft)
  3. DNS-Server manuell: 192.168.12.129
  4. Dieser PC → Eigenschaften → Erweiterte Systemeinstellungen → Computername → Ändern
  5. Mitglied von: Domänepruefung.com
  6. Admin-Anmeldedaten: PRUEFUNG\Administrator + Passwort
  7. Neustart des Clients
👥 Aufgabe 3: OUs, Benutzer & GPOs

OUs erstellen

  1. Server-Manager → Tools → Active Directory-Benutzer und -Computer
  2. Rechtsklick auf pruefung.com → Neu → Organisationseinheit → Team
  3. Rechtsklick auf Team → Neu → Organisationseinheit → Offense und Defense

Benutzer erstellen

Offense: Rechtsklick auf Offense → Neu → Benutzer → qb1, wr1

Defense: Rechtsklick auf Defense → Neu → Benutzer → cb1, fs1

  • Sicheres Passwort eingeben
  • Benutzer muss Kennwort bei nächster Anmeldung ändernAUS
  • Kennwort läuft nie abAN (optional)

GPO — Papierkorb ausblenden

  1. Server-Manager → Tools → Gruppenrichtlinienverwaltung
  2. Navigiere zu: Gesamtstruktur: pruefung.comDomänenpruefung.comTeamOffense
  3. Rechtsklick → GPO in dieser Domäne erstellen und hier verknüpfen…
  4. Name: Papierkorb ausblenden
  5. Rechtsklick auf GPO → Bearbeiten
  6. Benutzerkonfiguration → Richtlinien → Administrative Vorlagen → Desktop
  7. Symbol „Papierkorb" vom Desktop entfernenAktiviert
  8. Gleiches für Defense wiederholen (gleiche GPO wiederverwenden)
📂 Aufgabe 5: Home-Laufwerke & Share

Ordnerstruktur erstellen

Im Datei-Explorer auf dem Server:

D:\Benutzer\qb1
D:\Benutzer\wr1
D:\Benutzer\cb1
D:\Benutzer\fs1
D:\Share

Ordner freigeben

  • Rechtsklick auf D:\Benutzer → Freigabe → Erweiterte Freigabe → Haken → Name: Benutzer
  • Rechtsklick auf D:\Share → Freigabe → Erweiterte Freigabe → Haken → Name: Share

NTFS-Berechtigungen setzen

Home-Ordner (je Benutzer):

  1. D:\Benutzer\qb1 → Eigenschaften → Sicherheit → Bearbeiten → Hinzufügen
  2. PRUEFUNG\qb1 → Namen überprüfen → OK
  3. Vollzugriff gewähren
  4. Erweitert → Berechtigungen ändern → Geerbte Berechtigungen von "Benutzer" entfernen

Share-Ordner:

  1. Security-Gruppe G_ShareAccess erstellen, alle 4 Benutzer hinzufügen
  2. D:\Share → Sicherheit → G_ShareAccessÄndern

Home-Laufwerk verknüpfen

  1. Active Directory-Benutzer und -Computer
  2. Rechtsklick auf qb1 → Eigenschaften → Profil
  3. Basisordner → Verbunden als: Laufwerk H:, Pfad: \\Servername\Benutzer\qb1

Testen

  1. Am Client als qb1 anmelden
  2. Dieser PC → Netzlaufwerk H: sollte erscheinen
  3. Auf \\Servername\Share zugreifen
  4. Datei erstellen — cb1 sollte sie öffnen können

❓ Fragen & Antworten (Prüfungsfragen)

Frage 1: Was ist Active Directory?

Active Directory (AD) ist ein Verzeichnisdienst von Microsoft für Windows-Netzwerke. Er speichert zentral Informationen über Benutzer, Computer, Gruppen und andere Netzwerkobjekte und ermöglicht deren Verwaltung, Authentifizierung und Autorisierung.

Frage 2: Was muss man beim Replizierenden DC bei den Richtlinien beachten?

Dass die Richtlinien zentral gespeichert sind. Beim RODC handelt es sich um eine schreibgeschützte Kopie. Änderungen an Richtlinien müssen auf dem beschreibbaren DC vorgenommen und repliziert werden.

Zusätzlich: Der RODC speichert standardmäßig keine Passwörter lokal. Über die Password Replication Policy (PRP) legt man fest, welche Konten zwischengespeichert werden dürfen.

Frage 3: Was ist ein Domain Controller?

Ein Domain Controller (DC) ist ein Windows-Server mit installierten Active Directory Domain Services (AD DS). Er verwaltet die zentrale Authentifizierung und Autorisierung im Netzwerk, speichert die Active Directory-Datenbank und verarbeitet Anmeldeanfragen von Benutzern und Computern.

Frage 4: Was braucht ein Domain Controller unbedingt?

Einen DNS-Server, damit Clients ihn finden können.

Ohne DNS können Clients die SRV-Einträge für Kerberos und LDAP nicht auflösen und somit den DC nicht lokalisieren.

Frage 5: Welches Windows darf nicht installiert sein, wenn wir ihn in eine Domain einhängen wollen?

Windows Home

Windows Home-Editionen unterstützen keinen Domänenbeitritt. Dafür benötigt man mindestens eine Pro, Enterprise oder Education Edition.

Frage 6: Wofür haben wir BPA verwendet und was haben wir danach geändert?

Der DC wurde mit dem Best Practice Analyzer analysiert. Festgestellt wurde, dass die Zeit nicht vom DC kam.

Der DC sollte als PDC-Emulator die Zeitquelle für das gesamte Netzwerk sein (bspw. über externen NTP-Server synchronisiert).

Frage 7: Erkläre IGDLA!

Identity → Global Group → Domain Local Group → Access

Dies ist die Best-Practice-Reihenfolge für Berechtigungen:

  1. Benutzerkonten (Identity)
  2. In globale Gruppen einfügen
  3. Globale Gruppen in domänenlokale Gruppen einfügen
  4. Domänenlokalen Gruppen Zugriffsrechte (Access) zuweisen

IGDLA ist die deutsche Variante des klassischen AGDLP-Konzepts (bzw. AGUDLP).

Frage 8: Erkläre LSDOU!

Lokal → Site (Standort) → Domäne → Organizational Unit

Dies ist die Anwendungsreihenfolge der Gruppenrichtlinien:

  1. Lokale Richtlinien zuerst
  2. Dann Standort (Site)
  3. Dann Domäne
  4. Zuletzt OU

Bei Konflikten gewinnt die zuletzt angewendete Richtlinie. Die OU hat also die höchste Priorität!

OU > Domäne > Site > Lokal
Frage 9: Unterschied Sicherheit / Freigabe auf Ordner, wie geht man vor?

NTFS-Sicherheitsberechtigungen gelten immer — sowohl lokal am Server als auch über das Netzwerk. Freigabeberechtigungen gelten nur beim Zugriff über die Netzwerkfreigabe.

Wenn jemand über das Netzwerk zugreift, gelten jeweils die restriktiveren Berechtigungen von beiden.

Best-Practice-Vorgehen:

  1. Auf der Freigabe meist "Jeder – Vollzugriff" einstellen
  2. Die eigentliche Zugriffssteuerung regelt man über die NTFS-Sicherheitsberechtigungen

✅ Schnell-Checkliste

AufgabeErledigt?
Server hat statische IP (.129)
Domäne pruefung.com erstellt
DHCP läuft (.140 – .200, 4 Tage Lease, DNS + 8.8.8.8)
Client ist in Domäne
OUs Team → Offense + Defense erstellt
Benutzer qb1, wr1, cb1, fs1 mit Passwort & aktiviert
Anmeldung am Client getestet
GPO „Papierkorb ausblenden" für Offense & Defense
Home-Laufwerke (H:) für alle Benutzer
Share-Ordner mit Lese-/Schreibrechten

Viel Erfolg bei der Prüfung! 🏈

🎯 Multiple-Choice Quiz

Teste dein Wissen! Wähle die richtige Antwort und bestätige für sofortiges Feedback.

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🖥️ Domain Controller (DC)

Ein Domain Controller (DC) ist der zentrale Server in einem Windows-Netzwerk. Er führt Active Directory Domain Services (AD DS) aus und ist für folgende Aufgaben zuständig:

Ohne DC funktioniert das Active-Directory-Netzwerk nicht. Man braucht mindestens einen, für Redundanz besser zwei.

🏛️ Active Directory (AD)

Active Directory ist ein Verzeichnisdienst von Microsoft. Man kann es sich als eine riesige Datenbank vorstellen, in der alles gespeichert wird:

AD läuft auf dem Domain Controller und bildet das Rückgrat jedes Windows-Netzwerks.

🌐 DNS — Domain Name System

DNS übersetzt lesbare Namen wie pruefung.com in IP-Adressen wie 192.168.12.129.

Für Active Directory ist DNS unverzichtbar, weil Clients darüber den Domain Controller finden:

Regel: Der Client muss den DC als DNS-Server eingetragen haben, sonst findet er die Domäne nicht!

🔒 Read-Only Domain Controller (RODC)

Ein RODC ist eine schreibgeschützte Kopie eines DC, der für Standorte mit geringerer physischer Sicherheit gedacht ist.

Besonderheiten:

Achtung: Ein RODC wird NIE automatisch zum normalen DC hochgestuft! Das wäre ein Sicherheitsrisiko.

🎫 Client Access License (CAL)

Eine CAL ist eine Zugriffslizenz, die man für jeden Zugriff auf einen Windows Server benötigt.

Zwei Varianten:

Faustregel: Wenn mehr Geräte als Benutzer → User CAL. Wenn mehr Benutzer als Geräte → Device CAL.

🔑 AGDLP / IGDLA

AGDLP steht für: Accounts → Global Groups → Domain Local Groups → Permissions

Die deutsche Variante heißt IGDLA: Identity → Global Group → Domain Local Group → Access

Die 4 Schritte:

  1. Benutzerkonten erstellen (Identity/Accounts)
  2. Benutzer in globale Gruppen einfügen (nach Funktion/Abteilung)
  3. Globale Gruppen in domänenlokale Gruppen einfügen (nach Ressource)
  4. Zugriffsrechte nur an die domänenlokale Gruppe vergeben

Dies macht die Berechtigungsvergabe übersichtlich, skalierbar und wartungsarm.

📋 LSDOU — Gruppenrichtlinien-Reihenfolge

LSDOU beschreibt die Reihenfolge, in der Gruppenrichtlinien angewendet werden:

  1. Lokal — Lokale Richtlinien auf dem Computer
  2. Site — Physischer Netzwerkstandort (z. B. "Brixen Office")
  3. Domain — Default Domain Policy
  4. OU — Letzte und mächtigste Ebene
OU > Domain > Site > Lokal

Bei Konflikten gewinnt die zuletzt angewendete Richtlinie. Die OU hat also die höchste Priorität und kann alles darunter überschreiben.

⚙️ Group Policy Object (GPO)

Ein GPO ist eine Sammlung von Konfigurationen, die auf Benutzer, Computer oder OUs angewendet werden kann — eine Vorlage für Systemeinstellungen.

Mögliche Einstellungen:

GPOs werden standardmäßig alle 90 Minuten aktualisiert. Sofortige Aktualisierung mit gpupdate /force.

📊 FSRM — File Server Resource Manager

Der File Server Resource Manager (FSRM) erweitert die Funktionen eines File Servers um:

FSRM hilft, den File Server vor Überlastung und Missbrauch zu schützen.